Die 20 jährige „FÄBULOUS Bikehistory“ (1995-2015)

Zusätzliche Widmung an meinen verstorbenen, besten Freund Markus Baumann

In den folgenden Zeilen erzähle ich Euch einiges über meine persönlichen Bikeerlebnisse und Geschichten von 1995 bis ende 2015, welche mich geprägt und entwickelt haben. Ihr werdet von positiven, freudigen Ereignissen und sehr traurigen Geschichten erfahren und ihr werdet mitverfolgen, wer in meinem Leben die wichtigste Person und Stütze war!

Seid ihr bereit und genug stark über meine eigene, 20 jährige Bikegeschichte zu lesen, dann wünsch ich euch viel Vergnügen auf der emotionalen Reise quer durch „the fäbulous bikehistory „!

Die Geschichte ist auch in einer ersten Verfassung als PDF zum download verfügbar, inkl. Bilder!

Schule, Lehre und etwas Sport

In der Primar und Bezirkschule war ich läuferisch gut unterwegs, es war das einzige was mir übrig blieb, denn meinen Eltern war die Schule wichtiger als der Sport. Auslauf hatte ich genug, in der Kantonsschule Olten im Hardwald aufgewachsen, war der Spielplatz draussen in der Natur schier endlos. In der Primarschule wurde ich von einem Lehrer gepusht, der mein läuferisches Talent erkannte und mich am „schnellsten Oltner“ mitmachen liess, ich gewann! Einige weitere schulische Leichtathletik Auszeichnungen blieben auch stolz an mir hängen, mehr jedoch nicht. Ich hätte gerne sportlich mehr gemacht, denn, was nützen mir schon bezirkschulische Leistungen, bei denen die Noten nicht schlechter als 5-6 waren!?

Nach dem ich in die Lehre wechselte und ich mich zum Elektromechaniker in der SBB, neben der Berufsmatur, ausbilden liess, verdiente ich mein erstes eigenes Geld. Durch Kollegen kam ich auf den Geschmack, Bikesport soll es sein!

1995, – Mein erstes Bike und die erste Wettkampferfahrung

Mein erstes Bike konnte ich mir mit knapp 18 Jahren leisten und noch im gleichen Jahr, im Herbst, startete ich in der Fun Junioren Kategorie am letzten durchgeführten Kramer Cup in Olten. Dieses Rennen war auch zugleich das letzte Rennen der Saison vom WHEELER Grand Prix Cup. Ich landete auf dem 34. Rang von 67 Junioren, es hat Spass gemacht und ich war irgendwie zufrieden und irgendwie enttäuscht, dass es das letzte Rennen war in diesem Jahr. Ja, mich hat es gepackt, ich wollte mehr, ich wollte stärker fahren und besser werden und ich konnte es kaum erwarten bis zu den nächsten Rennen im nächsten Jahr.

1996, – Den besten Freund, Trainer, Kumpel kennengelernt

Im März reiste ich alleine nach Alt St. Johann an einen Military Bikeduathlon, ich war so „spitz“ auf einen Wettkampf, dass ich es nicht mehr aushielt und die weite Reise mit dem Zug auf mich nahm. So schlecht schnitt ich dann nicht mal ab, Overall 31. von 100 militärischen Athleten. Läuferisch konnte ich eher noch brillieren, auf dem Bike hatte ich dann etwas Zeit verloren, aber ich war stolz und mir war zugleich bewusst, es braucht mehr Training, es geht noch schneller! Am WHEELER Grand Prix startete ich neu in der Fun Herren Kategorie und ich „tuckerte“ meine CrossCountry Runden um das Mittelfeld herum. Um die Leistung zu verbessern, gönnte ich mir ein Fitnessabo. Dem Instruktor Namens Markus Baumann verklickerte ich, dass ich im Bikesport Gas geben möchte und ich entsprechend mehr Power brauche! Wenige Wochen später startete ich in Lostorf an einem Bikeduathlon. Läuferisch war ich super unterwegs und auf dem Bike hatte ich sogar kurzfristig die Spitze übernommen, „arschgeil“, sorry den Ausdruck, was für ein Gefühl! Die Führung hielt jedoch nur kurz, auf dem Bike musste ich mich von 2 Athleten überholen lassen und auf dem 2. Laufteil kam ich zwar läuferisch wieder heran, aber es reicht nicht, die Beiden zu überholen, dafür durfte ich Rang 3. verteidigen, was mich überglücklich machte. Mit einem strahlen im Gesicht stieg ich als erster auf das Podest mit meinem 3. Rang. Ich staunte dann nicht schlecht, dass ich meinem Fitness Instruktor Markus Baumann zum Sieg gratulieren durfte, bei ihm hatte ich mein Fitnessabo gelöst! Der Handshake zu Markus war zugleich der Beginn einer super Freundschaft. Ich weiss noch, dass Markus (Kusi) es kaum glauben konnte, dass so ein kleiner „Schnuddernasebueb“ ihm im Nacken sass, er aber zugleich auch erkannte, dass aus diesem „Büebli“ wohl noch mehr raus zu holen ist. Markus Baumann nahm mich von nun an mit auf seine Biketouren und Trainings, zusammen mit einem weiteren Kollegen, den Markus bereits trainierte. Ich hechelte stets hinterher, das Hinterrad der Beiden konnte ich in den Trainingseinheiten nie halten, keine Chance, aber mir war klar, ich will trainieren und mich verbessern, der Ehrgeiz war da. In dieser Saison gelang es mir nochmals bei einem regionalen Rennen in Langenbruck auf das Podest als 2. zu fahren, an der Grand Prix Rennserie klassierte ich mich stets im Mittelfeld.

1997, – RadRennClub Olten, Top 10, LAP, RS, TS

Dank Markus Baumann habe ich im Fitnesscenter voll Gas gegeben, ganz nach dem Motto, jetzt machen wir aus Pudding – Muskeln! Leider weiss ich nicht mehr genau, wie ich zum RadRennClub Olten kam, ich denke, es war ebenfalls mein Freund und Trainer Kusi, der mich bewogen hat, mich doch dem Club anzuschliessen. Logisch, dass ich mir in diesem Jahr ein billiges Rennrad kaufte, um überhaupt die Clubmeisterschaft zu fahren. Das Rennrad hatte 3 Kettenblätter vorne, ein Stahlesel Namens Tigra und mit Sicherheit weit über 10kg schwer! Die Clubrennen waren aber tolle Gelegenheiten, mich mit anderen zu messen und an Schnelligkeit zu zulegen. Wegen der Lehrabschlussprüfung habe ich mich entschieden, der Fun Herren Kategorie treu zu bleiben. Es war ein super Entscheid, denn ich fuhr in dieser Kategorie am WHEELER Grand Prix plötzlich in die Top 10 von über 100 Athleten, krass, was ich hier über den Winter an Kraft und an Rennerfahrung von der Clubmeisterschaft zulegen konnte, ok, vielleicht lag es auch noch am neuen Bike Namens GT LTS-2! In diesem Jahr durfte ich auch noch etwas SM Luft (Schweizermeisterschaft) schnuppern in der Fun Kategorie. Das Rennen war eher mit einer teuren Wellnesskur zu vergleichen, Schlammpackungen waren angesagt und zwar so viel, dass sich die Räder blockierten. Mit Ästen versuchte ich die Räder vom Rahmen zu befreien, mein Bike war für solche dreckigen Sachen wohl nicht geeignet, aber immerhin, ich schaffte es ins Ziel und bekam eine Champagnerflasche! Nein, ich war nicht Fun Schweizermeister, dieses Gesöff bekamen alle, aber zu Hause wusste dies ja niemand! Kaum war die Lehrabschlussprüfung vorbei rückte ich in die Rekrutenschule ein. Die Rennen am Weekend habe ich trotzdem bestritten, aber die Leistung brach ein und auch das Training im Frühling war wohl „to much“, ich war in einem Loch, ein sogenanntes Übertraining! Nach kaum einer Runde war jeweils die Puste weg, es war schon frustrierend, anfangs Saison dermassen super zu fahren und dann wieder zurück gespült im Mittelfeld klassiert zu sein. Vielleicht musste es so sein, denn in diesem Jahr begann ich noch die Technikerschule TS, ich konnte mich also auf diesen schulischen Einstieg konzentrieren.

1998, – Gran Canaria, Rennteam MTB-Cycletech, Lizenz U23 Kategorie

Die Technikerschule lief wie geschmiert, immerhin, hier zahlten sich die streberischen Leistungen aus der Primar -und Bezirkschule aus, ich war stinkfaul, die Hausaufgaben machte ich selten, die Lehrer nervten sich, aber die Noten waren gut! Ich konzentrierte mich lieber wieder auf den Bikesport. Während die anderen Studenten sich Weekends mit lernen und Hausaufgaben eindeckten, war ich am trainieren. Die Trainingsausfahrten mit Markus Baumann waren hart für mich, einige male war die Luft draussen, die Zunge in den Speichen und die Säure in den Beinen war schier unerträglich, aber egal, mein grosser Wille war da und zu stark, um den „Weichbecher, Beckenrand Schwimmer, oder Kreisel links Blinker“ raus zu hängen! Oft war ich am Anschlag, Kohlenhydratspeicher leer und da tönte es; – welchen Berg nehmen wir noch? Ich war zwar ein aufgestellter „Burscht“ und fast für jeden Scheiss zu haben und eine gesunde Portion Humor war auch meine Stärke, aber ansonsten war ich eher Scheu, hätte mir also nie erlaubt, einen weiteren Berg abzulehnen oder mich vom Training zu verabschieden. Im Frühling durfte ich das erste Mal in ein Trainingscamp nach Gran Canaria an die Wärme. Das Trainingscamp bestand aus Markus Baumann und mir. Die Taschen konnte ich kaum tragen, aber auf der Insel waren Fahrradmechaniker noch rar, also kam Werkzeug und der ganze Plunder mit. Die Fahrradtasche wog sicher mindestens 30kg am Check in, aber wägen war damals kein Thema. Gran Canaria war auch in den folgenden Jahren immer wieder eine Saisonvorbereitungsstätte für uns. Die Insel war noch nicht so bekannt, aber ehemalige Radprofis trainierten dort und bekannte Triathleten/innen ebenfalls. Auf Gran Canaria liessen es wir krachen, nein, nicht im Kasbah in den Discos, na ja, ab und zu schon, aber den Spass hatten wir klar auf den Strassen. Es waren 2 Geschosse unterwegs auf der Insel die niemand stoppen konnte. Wie hirnamputierte donnerten wir die Pässe herunter, überholten Autos, jagten Motorradfahrern hinterher und die Autobusse überholten wir im innern der Kurve, wenn diese um die engen Kurven ausholen mussten. Ich mag mich noch erinnern, als ein ehemaliger Radprofi uns herausforderte und meinte, er könne unsere Hinterräder locker halten! Es dauerte gerade mal 2 Kurven lang und der Typ war weg, unten im Tal, bekamen wir von ihm ein Kopfschütteln und einen Kommentar, „ihr seid nicht ganz normal“, nur, das wussten wir bereits! Die vielen Trainingseinheiten machten sich langsam bemerkbar und glücklicherweise war im RadRennClub Olten auch ein Team Manager, welcher die Fahrradmarke MTB Cycletech Vertrieb und meine Leistungen im 1997 beobachtet hatte. Ich war überglücklich, als ich in diesem Jahr einen Sponsorenvertrag unterzeichnen durfte und Teamrider im MTB Cycletech Factory Racing Team wurde. Es fühlte sich grossartig an für ein tolles Team am Start zu stehen und die Motivation war grösser denn je. Allerdings war dieser Vertrag auch verbunden mit einem Kategorienwechsel, fertig lustig mit „Fun“, die Kategorie hiess U23 lizenziert und in dieser Kategorie ging die Post „aber richtig“ ab! Meine Leistungen waren eher mittelmässig und die Klassierungen auch, immerhin wurde ich aber 2. an der solothurnischen kantonal Meisterschaft und zum ersten Mal Clubmeister beim RadRennClub Olten. An der Jahresschlussfeier wurde mir als Clubmeister eine Zinnkanne überreicht, welche ordentlich mit Rotwein gefüllt wurde und am Tisch seine Runden drehte, erneut gefüllt wurde bis es drehte, oder so….!

1999, was jetzt, CrossCountry oder doch eher Marathonrennen

Ein Jahr später war ich immer noch nicht der „burner“ im CrossCountry Zirkus bei den U23ler, dafür wagte ich mich das erste Mal über eine Langdistanz 75km am Swiss Bike Masters in Küblis und erreichte mit einem 30. Overall Rang von über 1000 Teilnehmer einen tollen Erfolg, hmm, da kommt man echt ins grübeln, ob wohl eher längere Distanzen was für mich wären? Ich wollte es rausfinden und startete deshalb noch auf der 60km Schlaufe am Eiger Bike Challange. Es fühlte sich „geil“ an mit der Spitze mit zu halten und die Motivation, nicht abreissen zu lassen, war natürlich da. Es wurde langsam sogar unheimlich, als ich plötzlich auf den letzten Kilometern bemerkte, dass ich immer noch auf Podestkurs lag. „Scheisse“, Adrenalin pumpte in den Adern und ich mag mich erinnern, wie ich völlig hirnlos in die letzten Teerkurven reinpreschte und fast hinter den Leitplanken verschwand. „Mann, nur kein Unfall jetzt, kein Risiko eingehen oder noch ein Plattfuss riskieren ich Depp“, ich musste mich irgendwie beruhigen, eine Dosis „Valium“ wäre wohl das richtige Rezept gewesen! Ich packte es tatsächlich und ich feierte den grössten U23 Erfolg als 3. am Eiger Bike Challenge, wow, was für ein Feeling! Ende Saison wurde ich erneut als Clubmeister gefeiert und dies wie bereits ein Jahr zuvor, ausgiebig!

2000, – Kategorie Amateur Lizenz und ein grosser Sieg

Mit meinen mittelmässigen Leistungen im Vorjahr, konnte ich nicht genügend Elitepunkte sammeln um in der höchsten Kategorie zu starten, in der Elite. Zum Glück nicht, ich freute mich auf ein tolles Amateur Jahr und war voll motiviert alles zu geben. Anfangs Jahr machte ich einen weiteren Schritt, Markus Baumann, der direkte, offene, extrovertierte, humorvolle, unkomplizierte Typ, der polarisierte, holte mich ins Fitnesscenter und ich durfte als Trainingsinstruktor die Leute betreuen. Es war ein guter Entscheid, denn so konnte ich mich weiter entwickeln, wurde kommunikativer, offener, lernte zuhören, durfte Leuten zureden, sie motivieren, sie aufmuntern und ihnen sogar einen Teil von Sorgen, Ängste und Problemen abnehmen. Mit meinem Freund und Trainer Kusi, trainierten wir fleissig weiter, früh morgens ins Gym, ich hatte ja ab sofort ein Schlüssel, Nachmittags Biketraining und die neue Saisons haben wir jeweils auf Gran Canaria vorbereitet. Der Kategorienwechsel zu den Amateuren war für mich super, hier konnte ich einige Top 10 Plätze in der CrossCountry Serie herausfahren und wenn ich nicht so viel Pech gehabt hätte, wäre ich sogar mal als 2. auf dem Podest gestanden, aber mit 2 Plattfüssen in Buchs SG, blieb mir dies erspart. Einen 9. Rang erzielte ich am kühlen, verregneten Bikerennen im Zugerland, trotz Sturz. Unter der Dusche, bemerkte ich plötzlich, wie da Blut in den Abfluss floss und dass mich paar Biketypen komisch anschauten. Es ging noch ein Weilchen bis ich bemerkte, dass die Blutsauerei von meiner Wade stammt. Da musste wohl beim Sturz der Zahnkranz meine Wade geküsst haben. Beim Arzt wurde die Wunde leider nicht sauber gewaschen, die naht Platze paar Tage später auf und ich lief mit einem Elefantenfuss herum, bzw. mit einer Infektion. Zum Glück heilte dies rasch mit Hilfe von Antibiotikum. Nach einer Pause und gegen Ende Saison habe ich mich erneut für den Eiger Bike Challenge entschieden. Der blieb mir ja in bester Erinnerung, nur musste ich als Amateur nun auf die 90km lange Strecke! Das Feld war gross und wir starteten zusammen mit der Elite, ich hatte also keine Übersicht, ob vor mir welche Amateure sind, aber dies war auch egal, es gab nur eine Taktik, Angriff und auf „Tutti“ fahren! Eigentlich wartete ich auf den „Hammermann“, auf den Einbruch am letzten Anstieg auf die kleine Scheidegg, aber der wollte einfach nicht kommen, der Typ hat mich versetzt! Im Gegenteil, ich holte noch Elitefahrer ein und irgendwie realisierte ich, dass ich nicht so übel unterwegs sein kann. Ich steuerte dem Ziel entgegen und da tönte es auch schon aus dem Lautsprecher „Gratulation an Fabian Spielmann SIEGER in der Kategorie Amateur“, mehr strahlen ging nicht, ich konnte es kaum glauben, ich habe soeben gewonnen! Das ist noch nicht alles, auf einen Schlag hatte ich die benötigten Elitepunkte gesammelt, was heisst, im nächsten Jahr Elitestatus. Ende Jahr schaffte ich noch das Tripel als Clubmeister und ja, die Kanne, sie drehte erneut einige Runden.

2001, – das erste Elite Jahr, hartes Brot

Als Elitefahrer wollte ich noch mehr trainieren, also gingen Markus Baumann und ich bereits im Januar nach Malaga ins Trainingscamp und wenig später nach Gran Canaria, wie immer. Der regionale Saisonbeginn in Bern war aber schon mal zu hektisch, Sturz und eine riesige Tapete weg an der rechten Wade, das Rennen beendete ich trotzdem, aber Schönheitswettbewerbe werde ich wohl keine mehr gewinnen, egal hätte ich auch vor dem Sturz nicht gewonnen. Nach einer kleinen Pause bemerkte ich schnell, dass ich an den internationalen CrossCountry Rennen nichts zu bestellen hatte. An den nationalen und regionalen Rennen lief es um einiges besser, vielleicht machte ich mir zu viel Druck. Als Neo-Elitefahrer ist man auf jedenfall für ein weiteres Elitejahr qualifiziert, aber mit einigen Top 10 Rangierungen an kleineren Rennen habe ich dies aus eigener Kraft geschafft. Leider wurde ich auch immer wieder aus dem Rennrythmus geworfen in diesem ersten verflixten Elitejahr. Eine bakterielle „Kacke“ war am dampfen, welche mit Antibiotika behandelt werden musste oder nach einem Wespenstich am Hals, musste ich direkt mit dem Bike in den Notfall fahren, mein Ohr nahm die Grösse eines Elefantenohrs an und der Hals wurde dicker und dicker, da half nur eine Infusion im Spital. Aber fit wurde ich trotzdem, genau zu dem Zeitpunkt, als das Eigerbike Race wieder vor der Türe stand. Ist es die Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau, die mir hier bis anhin Flügel verliehen hatte? Mir lief das Rennen erneut sehr gut, aber in der Schlussabfahrt musste ich einen Plattfuss hinnehmen, die Felge überhitzte und der dünne Schlauch platzte! Mein Glück war, dass dies ausgerechnet vor einem Material und Reparaturposten passierte, nur, ich verzweifelte, als ich diesen Typen beim Schlauchwechsel zu sah, „Hallo, jetzt aber den Finger raus nehmen Jungs, f… ich bin in den ersten 10“, wäre ich vor Anstrengung nicht dermassen übersäuert gewesen, hätte ich diesen Plattfuss selber alleine in 2 Minuten gewechselt und nicht in 10 Minuten zu Zweit! Trotz diesem Malheure, ich war zufrieden mit dem 14. Elite Schlussrang und dies in einer Zeit, die ich nie mehr schneller fuhr als in diesem Jahr! Leider war dies zugleich die Letzte Saison im Team MTB Cycletech, in dem ich mich pudelwohl fühlte. Und ja, ich wurde nochmals Clubmeister, dass Prozedere kennt Ihr ja inzwischen!

2002, – Teamwechsel, EXPO Gigathlon und Drüsenfieber

Im Jahr 2002 erfolgte ein Teamwechsel, MTB Cycletech löste das Team auf und ich durfte für jemanden fahren dessen Name ich hier nicht erwähne. Nach nur einer Saison hat es mir „den Nuggi „ rausgehauen und seit her meide ich jeglichen Kontakt zu diesem Herr! Auch wenn ich viel ertrage, aber dieser Typ hat es tatsächlich geschafft und das Fass zum überlaufen gebracht, soll es geben, auch bei mir! Highlights gab es trotzdem in diesem Jahr, ich durfte im Sprint in Bern Bethlehem einen Sieg feiern und ich hatte die Ehre, am EXPO Swisspower Gigathlon, für das Team Kanton Solothurn in die Hosen zu steigen. Dieses Team bestand aus den besten Athleten/innen vom Kanton Solothurn und ich durfte dabei sein und die Bikestrecke bewältigen am ersten Tag. So motiviert war ich noch nie und es war die erste Erfahrung für ein Team zu fighten, ich holte für das Team auf der Bikestrecke die zweit schnellste Zeit heraus, cool! Die Athleten/innen wurden wie Fürsten behandelt von einem älteren Betreuer Team, die hatten alles logistisch voll im Griff. Unser Team wäre 2. geworden an diesem wöchigem Event, wäre da nicht der „duselige“ Schlussläufer Depp gewesen, der nicht genau wusste, was laufen heisst und ein Stück im Auto bewältigte. Dieser Idiot, er hätte spazieren dürfen und wir hätten den 2. Platz auf sicher gehabt, nach vorne war nichts mehr zu holen, Platz 1 war ausser reichweite. Eine Inteligentsbestie war der Typ nicht, er hätte mit dieser „beschissenen“ Zeit den Marathon unter 2h gelaufen, also schneller als der Weltrekord!  Unser Team wurde disqualifiziert und der Typ noch lange nach dem Gigathlon mit Telefon und Mail terrorisiert, selber schuld, er hat die 35 besten Athleten aus dem Kanton Solothurn mit seiner Handlung völlig unfair und respektlos betrogen!!! Im Herbst durfte ich noch Bekanntschaft schliessen mit dem pfeiferischen Drüsenfieber, „potz“, das hat mich voll umgehauen und ich hätte nicht gedacht, dass paar Schritte laufen nach dem Höhepunkt dieser Krankheit so hart sein können, Schlapp ist nur das Vorwort. Ich war einen ganzen Monat am A… und ausser Betrieb. Immerhin beruhigend, dass dies nicht in der Saison passierte! Und nein, ich wurde in diesem Jahr nicht Clubmeister!

2003, – Elite „one man show“, CrossCountry ade, Unfall light

Kaum hatte ich das pfeiferische Drüsenfieber auskuriert ging es direkt nach Fuertaventura ins Trainingscamp um die Saison 2003 vorzubereiten. Wir haben wohl das dämlichste Hotel gebucht auf dieser Insel, denn um eine Ausfahrt zu absolvieren, hatten wir einen Hin- und Rückweg von je 45min, bevor eine Runde gedreht werden konnte. Leider haben wir den Faktor Wind auch völlig unterschätzt, einen Anstieg mit nicht mal 4% Steigung schafften wir nicht, dafür hatten wir beim umkehren über 80km/h drauf und dies locker und in möglichst aufrechter Position, auch mal ein cooles Erlebnis. Wir freuten uns auf dieser Insel bereits auf unser zweites Camp, wie immer auf Gran Canaria, schon fast ein zu Hause. In dieser Saison war der Neostatus weg, es mussten Punkte her, um in der Kategorie zu verbleiben. In einem richtigen Team war ich auch nicht mehr, ab sofort war ich auf mich alleine gestellt, eine sogenannte „one man show“, was die Sache natürlich nicht einfacher machte. Ich packte zwar in dieser Saison noch die Chance an einem Europacup in Siegriswil zu starten, aber logisch „just for fun“, ich fuhr hinterher und hatte nicht den hauch einer Chance. Ich wechselte dann auf die Marathonstrecken, auch weil man ohne Betreuung an CrossCountry schon am Start verloren hat und in der Marathonserie immerhin Verpflegungszonen vorhanden sind. Die Saison lief für eine Einzelmaske wie mich ganz OK bis ende August. Ende August musste ich zu Boden mit meinem motorisierten Zweirad, ich habe 2 Autos gerammt, nur, ich weiss absolut nichts von dem Unfall, ich erwachte, als das Spitalauto bereits da war und mich einlud. Eine Amnesie nennt man das und es ist schon speziell, wenn eine gewisse Zeit einfach dunkel ist und man sich an nichts erinnern kann. Jedoch ein toller Mechanismus, ohne diesen Schutz, hätte ich wohl das Motorrad nicht mehr angefasst! Bis auf eine gröbere Hirnerschütterung, blieb ich wie durch ein Wunder glücklicherweise unverletzt. Ein Tag später verlies ich den Spital und 3 Tage später nahm ich das Training wieder auf, verrückt, wie sagt man so schön, „der Typ hat ne Meise, oder einen Dachschaden“, genau, das hatte ich schon vor dem Unfall, also mal schön geschmeidig bleiben! Es folgten dann doch noch 2 gute Resultate und den Elitestatus konnte ich halten. Auch in diesem Jahr hatte ich zu wenig Clubrennen bestritten oder ganz einfach den Fight um den Titel verloren.

2004, – Konzentration Marathon, Unfall grob

In diesem Jahr haben wir uns entschieden, nur 1 Trainingscamp zu machen, allerdings gleich 3 Wochen am Stück und logisch, auf Gran Canaria. Markus Baumann hatte inzwischen schon einige Athleten/innen, welche ebenfalls die ersten Beiden Wochen mit uns trainierten. In der 3. Woche waren Markus und ich alleine und wir haben die Höhenmeter und Kilometer in dieser Woche gleich nochmals erhöht. Am zweit letzten Tag genossen wir auf einer leichten, lockeren Ausfahrt nochmals das herrliche Wetter und wir haben nichts riskiert in die Abfahrten, aber dies war wohl ein Fehler, ich rutschte mit dem Vorderrad weg, in einen Graben und gegen eine Felswand. Ich habe gesehen, dass mein Rennrad defekt war und die Luft in den Pneus hörte man raussäuseln, aber ich habe nicht gewusst, was an mir nicht stimmte, denn bis anhin hatte ich ja nichts gebrochen. Nur diesmal eben schon, der Schlüsselbeinknochen musste dran glauben. Mitten in der Pampa stellte sich Markus auf die Strasse und hielt den nächsten Tourist an, ein älteres Ehepaar in einem dreitürigen, grünen Opel Corsa. Das Rennrad quetschten wir hinten in den Kofferraum und Ihr könnt Euch vorstellen, wie es sein könnte, zu 3. in einem Opel Corsa auf den vorderen beiden Sitzen zu sitzen mit einem Schlüsselbeinbruch. Bis ins nächste Dorf hielt ich durch, dann wechselten wir in ein klimatisiertes Taxi und wollten zu einem deutschen Arzt, spanisch war leider nicht unsere Sprache. Wir wurden abgeblitzt, keine Kreditkarte gleich keine Arztvisite – gar nichts. Ich hätte wohl „verrecken“ können die hätten sich nicht um mich gekümmert, also ging es in den offiziellen Spital. Uff, ich hätte schreien können als die Schwestern mir die Wunden säuberten, was haben die da für Mittel zum Wunden putzen, es brannte wie die Sau! Damit nicht genug, ich musste verlegt werden, mit dem Krankenwagen in die Hauptstadt nach Las Palmas, 2.5h Autofahrt. Auf dieser Autobahn ereignete sich kurz vorher noch ein Massencrash mit Toten und einigen verletzten, welche ebenfalls nach Las Palmas ins Spital gebracht wurden. In diesem Spital war mir alles andere als wohl, da waren schon verletzte auf den Betten an der Rezeption, ich wartete mit zerfetztem Velodress auf die Durchsage meines Namens. Irgendwann wurde ich ausgerufen und ich kam in ein Zimmer, es wurde geröntgt und zum Glück war keine OP nötig, durchschnaufen, mir wurde nur ein Rucksack angezogen und mit dem nächsten Taxi fuhr ich zurück zu unserem Bungalow. Ich war dann froh, dass wir 1 Tag später in die Schweiz zurückflogen. Es passte dann auch ganz gut, dass mein Gepäck sich in der Luft auflöste und den Weg in die Schweiz nicht gefunden hatte, sondern irgendwo in Malmö auftauchte und 2 Tage später vor die Haustüre geliefert wurde, herzlichen Dank an die Fluggesellschaft! 10 Tage später (danke Trainingstagebuch noch präsent) lief die Rolle heiss, ich nahm das Training wieder auf. Nach einem schnellen Aufbau mit Physiotherapie und enorm viel Eigeninitiative und Krafttraining à la Fäbu, habe ich die Saison gerettet und auch hier den Elitestatus in eine weitere Saison mitnehmen dürfen. Ja, ich wurde wieder Clubmeister, Zinnbecher gab es mittlerweile leider nicht mehr, die Jahresschlussfeier war aber deswegen nicht weniger „feuchtfröhlich“!

2005, – Die ersten Technikkurse angeboten

Mir war längst bewusst, dass ich nie Profi werde, aber ich habe meine Passion, dank Markus Baumann, im Ausdauerleistungssport auf dem Bike gefunden. Trainingspläne hatte ich in diesem Jahr keine mehr von Markus, wir waren aber viel unterwegs, auch privat, eigentlich fast wie Brüder. Ich hatte den Drang, diese Leidenschaft und die vielen erlebten Emotionen weiter zu geben. Ich wollte versuchen, den Leuten zu zeigen, was die Natur bieten kann und dies im Zusammenspiel mit Sport und Bewegung, eben auf dem Bike. Ich hatte keine Mittel, also gab es ein einziges Gratisinserat in der NOZ im Frühling (Neue Oltner Zeitung) und staun, es meldeten sich paar Biker/innen, cool! Ein weiterer Kurs habe ich im Herbst ausgeschrieben und auch da waren die Biker/innen der Region interessiert. Die restliche Saison lief ordentlich und ohne gröbere Zwischenfälle, also ich konnte mich erneut für eine weitere Elitesaison qualifizieren, meine letzte! Ein Höhepunkt war sicher noch die Berg Schweizermeisterschaft auf der Strasse. Ich wollte mich mal mit den besten Bergfahrern der Schweiz messen. Das Rennen war in zwei Teile aufgeteilt. Als erstes wurde das komplette Feld los geschickt, die ersten 30 auf dem Berg durften im zweiten Teil, einem Bergeinzelzeitfahren, den Titel ausmachen. Ich habe mich qualifiziert und war begeistert, dass ich am Einzelzeitfahren mit dabei war, den Rang weiss ich leider nicht mehr genau. Ich habe ende Saison nachgedoppelt und den Clubmeistertitel erneut feiern dürfen.

2006, – Letzte Elitesaison, J&S Kurs, Unfall –fertig Biken???

Aus Neugier habe ich für meine letzte Elitesaison noch einen neuen Trainer beauftragt mir Pläne zu schmieden. Das Trainingscamp gestaltete ich wie immer auf Gran Canaria und neu in der Toskana. Sportlich gesehen verlief die Saison gut, so wie immer, nur mit dem Wissen, dass viele verschiedene Trainingspläne gleiche Leistungen bringen können, aber der Trainer und sein Umgang und Vertrauen mit dem Athleten eine gewichtige Rolle spielt. Die Saison neigte sich dem Ende zu und ich wurde angefragt, ob ich nicht Lust hätte, in der Toskana als Guide einzusteigen. Klar nahm ich diese Herausforderung gerne an und meldete mich im Herbst noch für einen J&S Kurs im Radsport an, auch um Markus Baumann im freiwilligen Schulsportfach MTB zu unterstützen, wenn er mal ausfällt. Am zweitletzten Tag von dem wöchigem J&S Grundkurs wollte ich auf der BMX Bahn einen Hubel überspringen. Es steckte etwas viel Anfahrtsgeschwindigkeit drin, – zuviel, der Hubel war längst übersprungen und kopfüber viel ich in ein Loch, in die Kompression! Diesmal konnte ich die linke Schulter nicht mehr anheben und ein Knochen lag irgendwie nicht mehr an der richtigen Position. Ich wurde in das umliegende Spital gebracht zum röntgen. Es verging eine ganze Weile bis ein Ü85 Arzt, ich übertreibe leicht, die Tür öffnete und mich informierte, dass die Bänder an der linken Schulter abgerissen seien und daher eine Art Klaviertaste, der Knochen eben an der Schulter nun gut sichtbar ist, entstanden sei. Der ältere Herr machte mir auch klar, dass eine OP dringend nötig sei und auch mit einer OP es nicht gewährleistet sei, dass ich einen Bikelenker jemals wieder fest halten könne! Diese Nachricht hat mich kurz mal erschüttert, ich hätte wohl geweint, hätte ich keine Art Schockzustand zu diesem Zeitpunkt erlitten nach diesen Aussagen des Arztes. Irgendwas drängte mich, die OP nicht jetzt sofort in diesem Spital zu machen, ich wollte nach Hause und den Eingriff in Olten über mich ergehen lassen, zu Hause, doof gesagt! Ich packte meine Sachen, fuhr irgendwie schmerzverzehrt, psychisch wie physisch nach Olten. Keine Ahnung wie oft mir der Gedanke durch den Kopf ging, was wenn ich nicht mehr meine Passion ausüben kann. Gefasst und eigentlich im Wissen, dass mir dieser Arzt in Olten wohl gleich das Gleiche mitteilen wird, wie im anderen Spital, näherte ich mich meiner ersten OP! Der zuständige Arzt begrüsste mich völlig locker und entspannt schaute er sich die Röntgenbilder an und verschrieb mir Physiotherapie. Ähm, – hallo, wurden hier etwa Personen verwechselt, ich sollte doch unter das Messer, war mein Gedanke. Ziemlich erstaunt fragte ich nach, ob dann keine OP nötig sei, – nein, hiess es, eine gute Muskulatur und Physiotherapie reiche aus und Biken sei eigentlich kein Problem. Ich hätte wohl am Morgen eine ganze Packung Ohrenwattestäbchen brauchen sollen, – ich hör wohl nicht recht! Man konnte es aber in ganz Olten hören, wie mir ein Felsbrocken vom Herzen viel, auf einen Schlag von finsterer Mine zu einem Strahlen im Gesicht, verreckter als das Kernkraftwerk in Gösgen. Ich konnte es kaum glauben und die Motivation war enorm gross, schnellst möglich wieder fit zu werden. Einmal mehr stand ein Aufbautraining à la Fäbu an, Geduld, Disziplin und ein enormer Wille, dass sind wohl die Stärken die man aus solchen Situationen mitnimmt und stolz sein kann, wenn man sämtliche Bewegungsabläufe wieder hinkriegt. Klar, hinter so schnellem Aufbau steckt das Wort „Egoismus“, da gibt es nur ein Ziel, alles andere wird nebensächlich. Es passt an dieser Stelle gut rein, dass ich noch im November die Schwinn Cycling Instruktor Ausbildung besuchte, quasi mit „Stützrädli“ unterwegs, damit ich nicht mehr auf die Schnauze fliege! Und ja, es gab noch was zu feiern, die Clubmeisterschaft hatte ich wieder im Sack zum 3. Mal in Serie und zum 7. Mal insgesamt.

2007, – Guide in der Toskana, Master Lizenz

Der Spass an Wettkämpfen zu fighten war nicht weniger, deshalb löste ich mir eine Masters Lizenz in diesem Jahr, mit dreissig Jahren ist dies möglich und in der Elite hatte ich nun wirklich nichts mehr verloren. Statt Trainingslager galt die Konzentration nun in der Toskana aufrecht zu erhalten. Die vielen Wege und das schier endlose Trailnetz war damals nicht einfach zu lernen, ganz ohne GPS! Die Orientierung in den Wäldern ist schnell verloren und so spulte ich etliche Kilometer ab, um mich nicht vor den Gästen zu blamieren, verfahren geht ja gar nicht! Mit 5 Wochen guiden in der Toskana hatte ich noch nicht genügend „Ferien“, also buchte ich mit Markus noch eine Saisonabschlusswoche auf der Insel La Palma auf den Kanaren, ein super Spass, aber happige Trails! Leider reichte es mit soviel Ferien nicht für den Clubmeistertitel, sorry!

2008, – Eigenes Trikot und eigene Homepage, letztes Lizenzjahr

Natürlich habe ich nie aufgehört Fahrtechnikkurse zu geben seit dem Jahr 2005. Mir kaum auch die Idee, doch paar Fotos von den Kursen zu schiessen und die Idee der Teilnehmer war, die doch irgendwie ins Internet zu stellen. OK, klar, es folgte eine Homepage, damals faebu-bike.ch! Es wurde mehr und es entstand auch ein kleiner Biketreff und als wäre dies noch nicht genug, liess ich noch eigene Trikot und Hosen herstellen. Vieles habe ich hier der Guidefunktion in der Toskana zu verdanken, in der Maremma habe ich flotte Leute kennenlernen dürfen, welche mich ab sofort unterstützten, unter anderem mit Material, mit Bike und auch mit dem Glauben an mich, dass ich hier in Olten und der Umgebung was bewegen kann in der Bikeszene! Die letzte lizenzierte Saison verlief toll. Mit Markus ging ich an einige Marathonrennen und ich mag mich an einen Fight erinnern, bei dem ich mit 2 Plattfüssen Markus knapp nicht mehr einholte, „jaaa“ da konnte er jubeln, schliesslich war ich längst schneller unterwegs als er im normal Fall, aber Markus hat mir ja dazu verholfen schneller zu sein, mit seinen damaligen Trainingsplänen! Schneller war ich jedoch nicht an der Clubmeisterschaft, diese habe ich verloren, oder eben, zu wenig Rennen auf dem Buckel! Zum Saisonschluss gönnte ich mir noch Finale Ligurien, ein Trailparadis, welches ich mit einem Kollegen besuchte.

2009, – Schulsport Olten, Bikeschule Olten, Fun Masters – fertig Lizenz

Wer nun das Gefühl hat, Fäbu sei faul geworden und trainiere nicht mehr, weil er keine Lizenz mehr hat, hat sich getäuscht. Auch ohne Lizenz ist der Rennvirus noch ziemlich aktiv, nur war die Masters Lizenz Kategorie mit nur 10 Mann nicht wirklich witzig, also widmete ich mich wieder der Fun Kategorie zu, was bei Fun Junioren startete, soll nun bei Fun Masters/Senioren enden, „läck“ bin ich alt geworden, aber halt noch ziemlich im Saft! Ich blieb der Marathonserie treu und die Trainingscamps auf Gran Canaria mit Markus Baumann und seinen Athleten war auch wieder aktuell. Auch die Mithilfe und Trainings in der Toskana sind fix im Kalender, sowieso hat sich der Kalender von Fäbu mit vielen anderen Terminen gefüllt. Mittlerweilen habe ich den Namen von faebu-bike auf Bikeschule Olten geändert. Geändert hat sich auch der Name vom Club, vom RadRennClub zu BikeClub Olten, was logischerweise nicht ganz allen Mitgliedern schmeckte. Ursprünglich war auch die Idee, die Bikeschule mit dem Club zu verknüpfen, aber dies hatte noch viel mehr Kritik verursacht und im Nachhinein bin ich froh, selbstständig was auf die Beine gestellt zu haben. Von Markus Baumann habe ich noch den Schulsport Olten übernommen, witzig mit Kindern zu arbeiten, aber komplett anders wie mit Erwachsenen. Während man Erwachsenen versucht zu erklären, die Bremsen eher zu lösen, sollte man bei Kindern achten, die Bremsfunktion zu demonstrieren vor der ersten Ausfahrt, ansonsten sind Flugstunden angesagt, anstelle von Bikestunden. Auch ich lerne immer wieder gerne dazu. Renntechnisch durfte ich für den BikeClub Olten ein Mannschaftszeitfahren bestreiten, welches wir mit einem über 45km/h Schnitt zurücklegten, wir hatten aber auch eine schnelle Lokomotive in Form eines Kriteriumspezialisten auf einer Zeitfahrmaschine! Ach ja, die Neuausrichtung des Clubs brachte mir den Clubmeistertitel wieder zurück!

2010, – Ruhig, nichts Neues, 4 Tagestour Solothurn

Dieses Jahr ist wohl eines der ruhigeren Sorte. Das guiden in der Toskana im Frühling ist schon eingefädelt und soll auch die nächsten Jahre fix sein. Rennrechnisch war sicher die Solothurner 4 Tagestour auf dem Rennvelo noch speziell. Wir kämpften im Team um eine gute Clubplatzierung und erreichten den 6. Rang von 15. Mannschaften. An den Marathonrennen versuchte ich im Gesamtklassement eine tolle Rangierung herauszufahren, was auch ganz gut gelang. Genuss und ein ruhiges Jahr ist sicher schön, aber ich lag nicht auf der faulen Haut, das könnte ich gar nicht, daher einmal mehr, Clubmeister!

2011, – Besuch vom Bike Magazin und OT, letzter Clubmeistertitel

Die Bikeschule Olten ist gewachsen und der Biktreff zu einem der grössten Treffs der Schweiz geworden. Das OT (Oltner Tagblatt) berichtete davon und die ersten negativen Reaktionen konnte ich auch schon lesen. Ja es ging sogar so weit, dass ich ein Telefon bekam von einem aufgelösten Herrn, der es nicht fassen konnte, dass man jetzt schon mit dem Fahrrad durch „seine“ Wälder und Wanderwege heizt. Nach dem ich einfach mal 15 Minuten den Hörer in der Hand hielt und kein Ton sagen konnte, kam ich dazu, ihm quasi als Witz mitzuteilen, dass die Pferde die Wege zerstören! Ich hatte einen Überlegungsfehler gemacht, ich hielt den Hörer erneut 15 Minuten am Ohr, aber egal, ich konnte den Herrn am Schluss beruhigen mit dem Satz, – dass wir alle Sorge tragen sollten zum Erholungsgebiet im Wald, und so verabschiedete er sich stinkfreundlich von mir und wünschte mir einen angenehmen Tag. Gegen Herbst besuchte uns auch Europas grösstes Mountainbike Magazin, der Herr war erstaunt und hatte Spass am grossen Biketreff, genau darum geht es ja, um Spass und Freude am Bikesport! Ich hatte noch mal ein tolles Marathonjahr erleben dürfen mit tollen Leistungen. Wenn ich es recht im Kopf habe, feierte ich in diesem Jahr meinen letzten Clubmeistertitel, ziemlich ordentlich! Ich mag mich gut erinnern, wie Markus Baumann und ich an diesem Abend vom Berghaus den Wald runter spazierten, oder wie auch immer wir da runter kamen, na ja, einmal im Jahr, darf man schon mal über die Stränge hauen.

2012, – Turbulentes Jahr, der schmerzhafte – traurige Verlust

Im Januar gründete ich die Einzelfirma Bikeschule Olten, ohnehin stand einiges auf dem Programm inklusiv vielen Wettkämpfen. Die Vorbereitung oder den Grundstein für eine solide Rennbasis habe ich wieder auf Gran Canaria mit Markus Baumann gelegt und das Guiden in der Toskana war eh gesetzt. Da der Gigathlon diesmal in Olten stattfand durfte ich im Campus mithelfen und auch einen Teil der Strecke mitbestimmen oder den verantwortlichen zeigen. Selber habe ich im eigenen Bikeschule Olten Team of Five mit tollen Leuten den 16. Platz rausgeholt, vielleicht hätte ich mich am zweiten Tag nicht verfahren sollen, ich habe schlicht den Wegweiser bei Regen und Nebel verpasst und dies als einheimischer, peinlich! Im Vorfeld haben wir am 24h Renne in Davos in der 4er Kategorie noch gewonnen, schon cool so Teamevents, mir machten diese nun fast mehr Spass als die Marathonrennen, weil man hier füreinander da ist und miteinander kämpft. Ebenfalls in diesem Jahr haben wir in drei 2er Teams die Transalp unter der Bikeschule Olten bestritten, in einem weiteren Team war auch mein bester Freund Markus Baumann mit einem weiteren gemeinsamen Kolleg, von Markus und mir, unterwegs. Eine spannende Woche mit Wohnwagen, Koch, Betreuer/in haben wir angetreten. Gekämpft, gelitten und gequält haben sich alle, aber wir kamen heil, wenn auch ziemlich ausgelaugt, am Ziel in Riva am Gardasee an. Das dies gefeiert werden musste war klar, aber die Müdigkeit war irgendwann einfach mal zu gross, – ab zum Wohnwagen und eine Runde schlafen! Der Schlaf dauerte gerade mal 2h, da vibrierte mein Mobilephone. Der Transalppartner von Markus Baumann, der gemeinsame Kollege von Markus und mir, teilte mir mit weinender Stimme mit, dass Markus Baumann gestorben sei. Ich konnte dies nicht glauben und eilte so schnell ich konnte zu ihm. Vor Ort war ich geschockt, das Atmen viel mir schwer und der regungslose Anblick meines besten Freundes Markus Baumann löste eine unendliche Trauer in mir aus. Der Kollege und ich lagen uns weinend in den Armen, die Tränen liefen wie Bäche und wir konnten es einfach nicht glauben. Wir warteten auf den Leichenwagen, packten unsere Bikes und begleiteten still Markus Baumann auf seinem letzten Weg zum Friedhof. Wir blieben noch eine Weile dort, mit leeren Blicken und Gefühlen die man nicht beschreiben kann. Selbst die aufgehende Sonne konnte unsere Trauer nicht aufheitern. Mir wurde bewusst, dass ich völlig unerwartet meinen besten Freund verloren habe. Zurück beim Wohnwagen brachte ich fast kein Ton über die Lippen und ich war untröstlich. Ich versteckte mich auf der ganzen Heimfahrt hinter der Sonnenbrille am Lenkrad, Erinnerungen schossen durch den Kopf und die Taschentücher wurden knapp! Mir ist klar, was ich ihm zu verdanken habe seit meinem 19. Lebensjahr. Ich war sein Rohdiamant, er hat mich geschliffen und ich habe mich entwickelt, zu dieser Person die ich nun bin, jemand mit viel Herz und einer Grosszügigkeit, die Markus Baumann auch hatte! Ich brauchte viel Zeit, aber trotzdem, es geht weiter. Wann immer ich möchte, darf ich Kusi nun besuchen, bei einem Baum, mit tollem Blick bis in die Alpen. Ein Stück Herz habe ich an diesem Platz deponiert, weil er mir am nächsten Stand, er wird mir bis an mein Lebensende in bester Erinnerung bleiben, merci Kusi! (Wer mich kennt, weiss, dass ich diese Zeilen nicht ohne Tränen vergiessen schreiben konnte und es ist das erstemal überhaupt, dass ich darüber schreibe, der Eintrag in den NEWS auf meiner alten Homepage blieb bis anhin leer)!

2013, – Trauriger Start, toller Jahresabschluss in Kanada

Kaum hat das Jahr 2013 angefangen, öffnete sich bereits das nächste traurige Kapitel, unser ehemaliger MTB Cycletech Teamchef und BikeClub Olten Präsident starb an einer unheilbarer Krankheit. Wer bei solchen Verlusten sich keine Gedanken über das Leben macht, ist selber schuld. Das Bike brauchte ich nicht nur zum Rennen bestreiten, es ist für mich ein aktives Genussmittel, mir ist dies nicht erst jetzt bewusst, Markus Baumann hat dies so vorgelebt und mich mit seiner Art infiziert, das Leben zu geniessen. Leben hat nichts mit Geld zu tun, auch nicht mit Materialismus, nein, nicht mal mit Arbeit, leben ist mit der Natur verbunden, aus der wir ebenfalls bestehen. Was, wieviel einem Wert ist, bestimmt jeder selber, sich aber selber mal Gedanken machen, was für einem selber Leben bedeutet, tut sicher gut, horcht mal Eurer eigenen Atmung zu,… – schön oder?! Ich widmete etwas mehr Zeit der Bikeschule , das Rennfieber ist nicht mehr wie auch schon, es packte mich nicht mehr, aber Biketouren fahren und abschalten ist ebenso, nein, ist schöner! Trotzdem, das 24h Rennen in Davos haben wir erneut gewonnen und den Titel erfolgreich, wenn auch sehr knapp, verteidigt. Der Trip nach Kanada mit tollen Leuten kam mir gerade recht, auch hier, abschalten und geniessen. In Kanada kommt man schnell ins staunen und schwärmen, so geile Trails mitten im Wald, gepflegt von Gemeinden! Karten sind ready zum herunterladen und per APP nutzbar, da klopft das Bikerherz schneller. Wir durften eine tolle Zeit geniessen und „hey“, Kanada ist eine Reise wert ob mit oder ohne Bike!

2014, – das triple in Davos, Bike four Peak

Ich bin eher an diversen Orten am rekognoszieren als an Rennen anzutreffen, aber der Renninstinkt funktioniert immer noch. Im Team haben wir zum dritten Mal in Folge das 24h Rennen in Davos gewonnen und auch gleich klar gemacht, dass dies der letzte Start in dieser Teamzusammenstellung ist, wir wollen ja anderen auch mal eine Chance geben, „bluffen“, geht ja gar nicht! Nur, was will man mit 3 Bohrmaschinen die wir immer als Sieger am 24h Rennen in Davos erhielten, der Sponsor war nämlich in diesen drei Jahren immer der Gleiche! Mehr als 2 Hände habe ich ja nicht, also gleichzeitig 3 Löcher bohren wird schwierig. Wir hatten in Davos eine richtig coole Zeltstadt aufgebaut und auch unser 2. Rennteam schlug sich mega mässig gut, die kamen als 3. in der gleichen Kategorie auch auf das Podest. Ich startete noch an der Bike four Peak, ein 4 Etappenrennen in Österreich, dar Start eher verhalten doch plötzlich drehte auch mein Motor und ich konnte die letzten Etappen doch noch Gas geben, ein tolles Erlebnis.

2015, – grober Unfall, schnellste Genesung, 20 jährige Passion

Anfangs 2015 habe ich mich entschieden, mit meinem Transalppartner von 2012 erneut die Transalp in diesem Jahr zu fahren. Die Erinnerungen und Bilder von damals sind präsent, als wäre es erst vor kurzem passiert, doch den Versuch, erneut die Transalp unter die Räder zu nehmen, trotz diesem einschneidendem Erlebnis, trat ich an. Im Vorfeld hatte ich jedoch mit anderen, enorm schmerzhaften Problemen zu kämpfen. Anfangs Jahr stürzte ich mit dem Rennrad mit über 55km/h. Bei einem Tritt ins Leere, schoss es mich über den Lenker auf den Asphalt. Der Aufprall auf die Strasse war dermassen heftig, dass ich mich kaum bewegen konnte und die Atmung ging nur noch Häppchen weise. Ich war kurz vor dem Wegtreten, als sich plötzlich das Adrenalin bemerkbar machte und ich irgendwie versuchen wollte doch noch nach Hause zu fahren. Eine Bäuerin, die den Unfall mitverfolgte, liess mich aber nicht gehen und bot mir ein Stuhl in ihrer warmen Bauernstube an. Mein Vater holte mich nach meinem Telefonat ab und brachte mich in den Spital nach Olten. Als erstes bekam ich ein „Zusammenschiss“ im Spital, – ich solle doch den Notfall alarmieren und mich mit dem Krankenauto ins Spital chauffieren lassen, denn mit 6 gebrochen Rippen, davon 2 doppelt und einem Bruch am rechte Schlüsselbein sei nicht zu spassen. Meine eigenen Rippen hätten innerlich gröberen Schaden anrichten können, wenn ich nicht sorgfältig transportiert worden wäre. Diese Aussage war logisch, nur hatte ich nach dem Sturz keine Ahnung, was alles kaputt war an mir und wahrscheinlich würde ich nie, so lange ich auf eigenen Beinen stehen kann, einen Krankenwagen rufen, aber ich habe natürlich dazugelernt und würde in Zukunft diesem Rat folgen, klar. Eine OP war nicht nötig, nur still legen, ganze 6 Wochen. Logisch, dass dies nicht möglich ist bei Fäbu, schliesslich sind Pläne geschmiedet für dieses Jahr. In 4 Wochen ist Finale Ligurien angesagt und in 6 Wochen bin ich am guiden in der Toskana! Den Spitalarzt habe ich darum ausgequetscht und nach der Antwort verlangt, die ich hören wollte, – ich werde es selber bemerken, bis zur Schmerzgrenze sei alles erlaubt, hiess es! Für mich war dies gleich bedeutend wie freie Fahrt, Aufbautraining à la Fäbu! Was man sich so alles einfallen lässt, wenn man nicht selber aus dem Bett steigen kann, es musste ein Seilzug her, um mich überhaupt auf dem Bett aufzurichten, Ideen waren gefragt! Nach 3 Wochen besuchte ich den Hausarzt, welcher mir grünes Licht gab, aber zur Vorsicht geboten hat, betreffend den Ferien in Finale. Auch wenn ich den einen oder anderen Trail laufen musste, es hat gut getan und in der Toskana war bereits alles wieder möglich. Ja ich weiss, es war Egoismus dahinter, völlig rücksichtslos strebte ich nur ein konsequentes Ziel an, fit zu werden. Logisch, dass man stolz sein kann, wenn man im Februar so viele Knochen gebrochen hat und im Juli dann topfit an der Startlinie bei der Transalp stehen darf. Mein Partner und ich haben die Transalp super abgeschlossen und kamen gut im Ziel an, ich war jedoch froh, dass wir nicht in Riva blieben, sondern noch ein Stück den nach Hause Weg unter das Wohnmobil nahmen, Ihr wisst warum!

Schlusswort meiner 20 jährigen Bikegeschichte (geschrieben am 19.01.2016)

Auf ein paar Ereignisse und Enttäuschungen im 2015 habe ich mir noch einige Fragen gestellt, um zu verstehen, welchen Stellenwert meine Passion hat und wieviel Verlass man Freunden schenken darf. Mir ist bewusst, dass es nie mehr so eine Freundschaft geben wird, wie diese zwischen mir und Markus Baumann, die war nun mal einmalig, aber es gibt Personen, die es Wert waren, wären und sind, mehr Vertrauen zu schenken und von meinem „Bikeego“ etwas loszulassen und es gibt andere Menschen, denen man nicht im Wege stehen soll.

Meine Leidenschaft zum Bikesport wird immer bleiben, diese Passion werde ich mein Leben lang nicht hergeben, wie Ihr nun mitbekommen habt, habe ich meiner Leidenschaft viel zu verdanken! Es sollen aber noch andere Ereignisse folgen, von denen ich überzeugt bin, dass sie mir genauso viel Freude und Glück geben können, wie jenes Feeling auf dem Bike.

Schön, dass Ihr meine emotionale Geschichte gelesen habt. Leid und Freud liegen bekanntlich oft Nahe zusammen, wichtig ist jedoch, den Humor nicht zu verlieren und die Lebensfreude zu behalten, auch wenn dies nicht immer leicht ist. Egal was Ihr macht, wichtig sind Emotionen, welche Dich mit Glück, Zufriedenheit, Willenskraft und einer gesunden Portion Ehrgeiz, bereichern sollen.

Meine Geschichte endet hier, meine Passion, Biken, geht weiter und neuen Geschichten schaue ich gerne entgegen!

Besten Dank, Eurer Fäbu, ein „Biker mit Herz“

Fäbu Spielmann

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